Zum Inhalt springen

Herzinfarkt bei Frauen: Warum Ersthelfende keine Sonderliste brauchen, sondern Lebensgefahr erkennen müssen

Frau mit möglichen Herzinfarkt-Beschwerden wird von einer Ersthelferin betreut, die den Notruf 112 vorbereitet.
Kurze Antwort:
Ersthelfende müssen keinen Herzinfarkt diagnostizieren. Sie müssen erkennen, ob eine mögliche Lebensgefahr besteht. Akute Brustbeschwerden, Atemnot, schwere Atembeschwerden, Oberbauchbeschwerden, kalter Schweiß, auffällige Blässe, Kollapsgefühl, Bewusstseinsstörung oder ein deutlich schlechter Allgemeinzustand sind Warnzeichen. Treten solche Beschwerden plötzlich, ungewohnt, anhaltend, zunehmend oder kombiniert auf, gilt: Notruf 112.
Leitsatz für Ersthelfende:
Nicht Geschlecht oder Alter entscheiden über den Notruf, sondern mögliche Lebensgefahr. Wer akut schwer krank wirkt oder Brustbeschwerden, Atemnot, schwere Atembeschwerden, Oberbauchbeschwerden, kalten Schweiß, auffällige Blässe, Kollapsgefühl, Bewusstseinsstörung oder eine deutliche Verschlechterung zeigt, braucht medizinische Hilfe. Die Diagnose stellt später der Rettungsdienst oder die Ärztin beziehungsweise der Arzt. Ersthelfende handeln bei Verdacht auf Lebensgefahr und wählen 112.

In Erste-Hilfe-Kursen wird häufig diskutiert, ob ein Herzinfarkt bei Frauen ganz andere Symptome zeigt als bei Männern. Daraus entsteht schnell der Eindruck, Ersthelfende müssten für Frauen eine eigene Symptomliste lernen und überwachen.

Genau dieser Gedanke ist problematisch.

Ja, Studien zeigen Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Frauen berichten im Durchschnitt häufiger bestimmte Begleitbeschwerden wie Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Rücken-, Schulter-, Hals-, Nacken- oder Kieferbeschwerden. Gleichzeitig zeigen dieselben Studien aber auch eine starke Überschneidung der Symptome. Brustschmerz, Brustdruck oder Brustbeschwerden bleiben auch bei Frauen häufige Beschwerden.

Für Ersthelfende ist deshalb nicht die Frage entscheidend: „Ist das sicher ein Herzinfarkt bei einer Frau?“

Entscheidend ist die Frage: „Kann hier eine akute Lebensgefahr bestehen?“

Ersthelfende stellen keine Herzinfarkt-Diagnose

Ein Herzinfarkt ist eine medizinische Diagnose. Sie wird nicht durch Ersthelfende gestellt, sondern durch Rettungsdienst, ärztliche Untersuchung, EKG, Laborwerte wie Troponin, Anamnese und weitere Diagnostik.

Die Aufgabe von Ersthelfenden ist eine andere. Sie sollen mögliche Lebensgefahr erkennen, den Notruf auslösen, die betroffene Person betreuen und bei Verschlechterung weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten.

Merke:
Ersthelfende entscheiden nicht: „Ist das sicher ein Herzinfarkt?“ Ersthelfende entscheiden: „Kann hier Lebensgefahr bestehen?“ Wenn ja, ist der Notruf 112 richtig.
Herzinfarkt bei freuen keine sonderliste

Was Studien zu Herzinfarkt-Symptomen bei Frauen und Männern zeigen

Eine große systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von van Oosterhout et al. aus dem Jahr 2020 wertete 27 Studien mit mehr als 1 Million Patientinnen und Patienten mit bestätigtem akutem Koronarsyndrom aus.

Das wichtigste Ergebnis: Brustschmerz war bei beiden Geschlechtern das häufigste Symptom. In der Auswertung berichteten 79 Prozent der Männer und 74 Prozent der Frauen über Brustschmerz. Frauen hatten zwar geringere Chancen, mit Brustschmerz aufzutreten, gleichzeitig aber höhere Chancen für bestimmte Begleitsymptome. Dazu gehörten Schmerzen zwischen den Schulterblättern, Übelkeit oder Erbrechen und Atemnot.

Die entscheidende Einordnung für die Erste Hilfe lautet: Es gibt Unterschiede, aber keine komplett getrennten Symptomwelten. Die Symptome überschneiden sich deutlich.

Praktisch erklärt:
Die Aussage „Frauen haben andere Symptome“ ist zu grob. Besser ist: Frauen können häufiger zusätzliche oder weniger klassische Beschwerden berichten. Trotzdem sind Brustbeschwerden auch bei Frauen häufig und bleiben wichtige Warnzeichen.

Herzinfarkt ohne Brustschmerz gibt es

Herzinfarkte ohne Brustschmerz kommen vor und können gefährlich sein. Genau deshalb wäre es falsch, ausschließlich auf starke Brustschmerzen zu achten.

Canto et al. werteten im National Registry of Myocardial Infarction mehr als 1,1 Millionen Herzinfarkt-Fälle aus. Frauen präsentierten sich häufiger ohne Brustschmerz als Männer: 42,0 Prozent der Frauen gegenüber 30,7 Prozent der Männer. Die Studie zeigte außerdem, dass Frauen und Männer ohne Brustschmerz eine relevante Krankenhaussterblichkeit hatten.

Eine frühere Auswertung von Canto et al. zeigte ebenfalls: Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt ohne Brustschmerz hatten eine deutlich höhere Krankenhaussterblichkeit als diejenigen mit Brustschmerz, nämlich 23,3 Prozent gegenüber 9,3 Prozent.

Diese Zahlen sind wichtig. Sie bedeuten aber nicht, dass isolierte Übelkeit, isolierter Nackenschmerz, isolierte Schwäche oder isolierter Schwindel automatisch als Herzinfarktzeichen gewertet werden müssen. Die Studien erfassen meist „ohne Brustschmerz“, nicht aber sauber „nur Übelkeit“, „nur Nackenschmerz“ oder „nur Schwindel“ als einziges Symptom bei gleichzeitig lebensbedrohlichem Herzinfarkt.

Warum isolierte unspezifische Beschwerden nicht überbewertet werden sollten

Übelkeit, Schwäche, Schwindel, Nackenbeschwerden, Schulterschmerzen, Rückenschmerzen, Armschmerzen oder Kieferbeschwerden können bei einem akuten Koronarsyndrom vorkommen. Sie können aber auch viele andere Ursachen haben.

Wenn jede isolierte Übelkeit, jeder isolierte Nackenschmerz oder jede isolierte Schwäche automatisch als Herzinfarkt-Notfall gewertet würde, müssten sehr viele Menschen ständig den Rettungsdienst rufen oder in die Klinik. Das wäre für die Erste-Hilfe-Ausbildung nicht sinnvoll und medizinisch nicht sauber.

Die Studie von Khan et al. untersuchte junge Patientinnen und Patienten bis 55 Jahre mit akutem Koronarsyndrom. Auch dort war Brustschmerz bei Frauen und Männern das häufigste Symptom. Frauen präsentierten sich häufiger ohne Brustschmerz als Männer, 19,0 Prozent gegenüber 13,7 Prozent. Gleichzeitig fand die Studie kein klinisch gut vorhersagbares Muster der Nicht-Brustschmerz-Symptome.

Das unterstützt eine wichtige Ersthelfer-Botschaft: Nicht einzelne unspezifische Beschwerden isoliert überbewerten, sondern Kernwarnzeichen, Kombinationen, plötzliche Veränderung, Dauer und den Allgemeinzustand beachten.

Wichtig:
Einzelne unspezifische Beschwerden sind keine sichere Herzinfarkt-Diagnose. Sie werden für Ersthelfende vor allem dann relevant, wenn sie plötzlich, ungewohnt, stark, anhaltend, zunehmend oder zusammen mit Kernwarnzeichen auftreten.

Die Kernwarnzeichen für Ersthelfende

Für Ersthelfende braucht es keine getrennte Liste für Frauen und Männer. Es braucht eine klare Warnzeichenlogik.

Besonders ernst zu nehmen sind:

  • Brustschmerz, Brustdruck, Brennen, Engegefühl oder schwere Beschwerden im Brustkorb
  • Atemnot, schwere Atembeschwerden oder sichtbar erschwerte Atmung
  • Oberbauchschmerzen, starker Druck im Oberbauch oder Beschwerden, die wie schwere Verdauungsprobleme wirken
  • kalter Schweiß
  • auffällige Blässe, graue Hautfarbe oder deutlich schlechter Allgemeinzustand
  • Kollapsgefühl, drohende Ohnmacht oder Bewusstseinsstörung
  • Vernichtungsgefühl oder massive Angst in Verbindung mit körperlichen Beschwerden
  • Beschwerden, die neu, ungewohnt, anhaltend, wiederkehrend oder zunehmend sind

Zusätzliche Beschwerden wie Schulter-, Arm-, Rücken-, Hals-, Nacken- oder Kieferbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Schwäche oder Schwindel sind besonders relevant, wenn sie zusammen mit den Kernwarnzeichen auftreten oder wenn die betroffene Person insgesamt akut krank wirkt.

Einfacher Entscheidungsweg:
Brustbeschwerden, Atemnot, Oberbauchbeschwerden, kalter Schweiß, Blässe, Kollapsgefühl, Bewusstseinsstörung oder deutlich schlechter Allgemeinzustand? Dann nicht diskutieren, nicht abwarten, nicht diagnostizieren. Notruf 112.

Was Leitlinien dazu sagen

Die NICE-Leitlinie zu akutem Brustschmerz nennt als Hinweise auf ein akutes Koronarsyndrom unter anderem Schmerzen in der Brust oder anderen Bereichen, zum Beispiel Arme, Rücken oder Kiefer, die länger als 15 Minuten anhalten. Sie nennt außerdem Brustschmerz in Verbindung mit Übelkeit, Erbrechen, starkem Schwitzen, Atemnot oder besonders einer Kombination dieser Zeichen. Wichtig: NICE sagt ausdrücklich, dass Symptome eines akuten Koronarsyndroms bei Männern und Frauen nicht unterschiedlich bewertet werden sollen.

Auch die ESC-Leitlinie 2023 beschreibt, dass akute Brustbeschwerden das Leitsymptom bei akutem Koronarsyndrom bleiben. Brustschmerz-Äquivalente können Atemnot, Oberbauchbeschwerden sowie Schmerzen in Arm, Hals oder Kiefer sein. Die ergänzenden ESC-Daten betonen außerdem, dass sich die Symptome bei Frauen und Männern mit bestätigtem akutem Koronarsyndrom deutlich überschneiden.

Für die Erste Hilfe übersetzt:
Nicht „Frauen anders überwachen“, sondern alle Menschen gleich ernst nehmen. Brustbeschwerden, Atemnot, Oberbauchbeschwerden, kalter Schweiß, Blässe, Kollapsgefühl, Bewusstseinsstörung oder ein deutlich schlechter Allgemeinzustand sind unabhängig von Geschlecht und Alter Warnzeichen.

Wie sollte man die Aussage „Frauen haben andere Symptome“ einordnen?

Die Aussage ist nicht komplett falsch, aber sie wird häufig zu stark vereinfacht.

Richtig ist: Frauen berichten in Studien häufiger bestimmte zusätzliche Beschwerden. Dazu gehören zum Beispiel Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Rückenschmerzen, Schmerzen zwischen den Schulterblättern, Nacken-, Hals- oder Kieferbeschwerden und ungewöhnliche Schwäche.

Falsch wäre aber: „Bei Frauen muss man völlig andere Symptome lernen.“

Diese Vereinfachung kann sogar schaden. Denn sie führt dazu, dass Ersthelfende nach einer speziellen Frauen-Symptomliste suchen, anstatt den entscheidenden Punkt zu erkennen: mögliche Lebensgefahr.

Warum der Notruf bei Frauen trotzdem oft später kommen kann

Dass Frauen teilweise später versorgt werden, liegt nicht nur an einzelnen Symptomen. Es spielen wahrscheinlich mehrere Faktoren zusammen.

  • Beschwerden werden von Betroffenen selbst verharmlost.
  • Symptome werden nicht als dringend eingeordnet.
  • Gedanken wie „Ich will niemanden belasten“ oder „Das geht schon wieder“ können eine Rolle spielen.
  • Herzinfarkt wird gesellschaftlich noch immer häufig als Männerproblem wahrgenommen.
  • Beschwerden ohne starken Brustschmerz werden leichter fehlgedeutet.
  • Auch im Versorgungssystem können Unterschiede in Wahrnehmung, Diagnostik und Behandlung auftreten.

Für Ersthelfende bedeutet das: Nicht diskutieren, ob die betroffene Person „wirklich einen Herzinfarkt“ hat. Bei möglicher Lebensgefahr soll der Notruf gewählt werden.

Wichtig in der Praxis:
Gerade wenn Betroffene ihre Beschwerden herunterspielen, ist ruhiges und klares Handeln wichtig. Wer schwer krank wirkt oder Kernwarnzeichen zeigt, braucht Hilfe. Nicht später. Jetzt.

Grenze der Aussage: Es gibt stille oder unerkannte Herzinfarkte

Eine wichtige fachliche Einschränkung: Es gibt sogenannte stille oder unerkannte Herzinfarkte. Sie treten ohne deutliche klassische Beschwerden auf und werden manchmal erst später durch EKG, Bildgebung oder andere Untersuchungen erkannt. Das kommt unter anderem bei älteren Menschen und Menschen mit Diabetes vor.

Deshalb sollte man medizinisch nicht absolut behaupten: „Es gibt niemals einen behandlungsbedürftigen Herzinfarkt ohne erkennbare Warnzeichen.“

Für die Erste Hilfe ist aber entscheidend: Ersthelfende können nur auf das reagieren, was sie sehen, hören und einschätzen können. Wenn keine akuten Beschwerden und kein auffälliger Allgemeinzustand erkennbar sind, gibt es für Ersthelfende keine sichere Grundlage für eine Notfallentscheidung. Sobald aber Kernwarnzeichen auftreten, muss gehandelt werden.

Saubere Formulierung:
Ein akuter Herzinfarkt, der für Ersthelfende als Notfall erkennbar ist, zeigt in der Regel mindestens ein ernstes Warnzeichen oder einen auffällig schlechten Allgemeinzustand. Absolute Sicherheit gibt es vor Ort nicht. Deshalb gilt: Ersthelfende stellen keine Diagnose, sondern handeln bei möglicher Lebensgefahr.

Was Ersthelfende konkret tun sollten

Wenn eine Person plötzlich akute Brustbeschwerden, Atemnot, Oberbauchbeschwerden, kalten Schweiß, auffällige Blässe, Kollapsgefühl, Bewusstseinsstörung oder einen deutlich schlechten Allgemeinzustand zeigt, sollte der Ersthelfende nicht abwarten.

  1. Betroffene Person beruhigen und nicht alleine lassen.
  2. Belastung sofort stoppen und eine bequeme Position ermöglichen.
  3. Notruf 112 wählen.
  4. Beschwerden, Beginn, Dauer und Veränderung beobachten.
  5. Bei Bewusstlosigkeit Atmung prüfen.
  6. Bei nicht normaler Atmung sofort mit Wiederbelebung beginnen und AED einsetzen, wenn verfügbar.

Wichtig: Medikamente wie ASS oder Nitrospray sollten Ersthelfende nicht eigenmächtig geben, wenn dies nicht entsprechend verordnet, angewiesen oder im betrieblichen Ablauf eindeutig geregelt ist. Entscheidend ist der frühe Notruf.

Fazit: Keine Sonderliste für Frauen, sondern klare Lebensgefahr-Logik

Frauen und Männer können bei einem Herzinfarkt unterschiedliche Beschwerden berichten. Aber die Studienlage rechtfertigt keine einfache Botschaft wie: „Bei Frauen musst du ganz andere Symptome lernen.“

Brustbeschwerden bleiben bei Frauen und Männern häufig. Atemnot, Oberbauchbeschwerden, kalter Schweiß, Blässe, Kollapsgefühl, Bewusstseinsstörung und ein deutlich schlechter Allgemeinzustand sind unabhängig von Geschlecht und Alter ernst zu nehmen.

Unspezifische Beschwerden wie Übelkeit, Nacken-, Schulter-, Rücken-, Arm- oder Kieferbeschwerden sind vor allem dann relevant, wenn sie plötzlich, ungewohnt, stark, anhaltend, zunehmend oder mit Kernwarnzeichen kombiniert auftreten.

Die Aufgabe von Ersthelfenden ist nicht die Diagnose Herzinfarkt. Die Aufgabe ist, mögliche Lebensgefahr zu erkennen und rechtzeitig den Notruf zu wählen.

Kernaussage:
Ersthelfende müssen nicht lernen, dass Frauen „andere Herzinfarkte“ haben. Sie müssen lernen, akute Lebensgefahr ernst zu nehmen. Das gilt für Frauen, Männer, junge und alte Menschen gleichermaßen.

Quellen


  • van Oosterhout REM, de Boer AR, Maas AHEM, Rutten FH, Bots ML, Peters SAE. Sex Differences in Symptom Presentation in Acute Coronary Syndromes: A Systematic Review and Meta-analysis. Journal of the American Heart Association. 2020.

    Ergebnis: Brustschmerz war bei beiden Geschlechtern das häufigste Symptom. In der gepoolten Auswertung berichteten 79 Prozent der Männer und 74 Prozent der Frauen Brustschmerz. Frauen hatten häufiger bestimmte Begleitsymptome wie Schmerzen zwischen den Schulterblättern, Übelkeit oder Erbrechen und Atemnot. Die Symptome zeigten jedoch eine deutliche Überschneidung.

    Quelle öffnen

  • Canto JG, Rogers WJ, Goldberg RJ, et al. Association of Age and Sex With Myocardial Infarction Symptom Presentation and In-Hospital Mortality. JAMA. 2012;307(8):813-822.

    Ergebnis: Frauen präsentierten sich häufiger ohne Brustschmerz als Männer, 42,0 Prozent gegenüber 30,7 Prozent. Die Studie zeigte außerdem altersabhängige Unterschiede und eine relevante Krankenhaussterblichkeit, besonders bei jüngeren Frauen ohne Brustschmerz.

    Quelle öffnen

  • Canto JG, Shlipak MG, Rogers WJ, et al. Prevalence, Clinical Characteristics, and Mortality Among Patients With Myocardial Infarction Presenting Without Chest Pain. JAMA. 2000;283(24):3223-3229.

    Ergebnis: Herzinfarkt ohne Brustschmerz war mit höherer Krankenhaussterblichkeit verbunden. Patientinnen und Patienten ohne Brustschmerz hatten eine Sterblichkeit von 23,3 Prozent gegenüber 9,3 Prozent bei Herzinfarkt mit Brustschmerz.

    Quelle öffnen

  • Khan NA, Daskalopoulou SS, Karp I, et al. Sex Differences in Acute Coronary Syndrome Symptom Presentation in Young Patients. JAMA Internal Medicine. 2013;173(20):1863-1871.

    Ergebnis: Bei jungen Patientinnen und Patienten bis 55 Jahre war Brustschmerz bei beiden Geschlechtern das häufigste ACS-Symptom. Frauen präsentierten sich häufiger ohne Brustschmerz als Männer, 19,0 Prozent gegenüber 13,7 Prozent. Die Studie fand kein klinisch gut vorhersagbares Muster der Nicht-Brustschmerz-Symptome.

    Quelle öffnen

  • Ferry AV, Anand A, Strachan FE, et al. Presenting Symptoms in Men and Women Diagnosed With Myocardial Infarction Using Sex-Specific Criteria. Journal of the American Heart Association. 2019.

    Ergebnis: Bei diagnostiziertem Typ-1-Myokardinfarkt war Brustschmerz sehr häufig und bei Frauen und Männern nahezu gleich häufig: 91 Prozent bei Männern und 92 Prozent bei Frauen.

    Quelle öffnen

  • National Institute for Health and Care Excellence. Recent-onset chest pain of suspected cardiac origin: assessment and diagnosis. NICE guideline CG95.

    Ergebnis: NICE nennt als Hinweise auf ein akutes Koronarsyndrom unter anderem Brustschmerz oder Schmerzen in anderen Bereichen wie Armen, Rücken oder Kiefer, besonders bei Dauer über 15 Minuten oder in Verbindung mit Übelkeit, Erbrechen, starkem Schwitzen oder Atemnot. Wichtig für diesen Artikel: Symptome eines akuten Koronarsyndroms sollen bei Männern und Frauen nicht unterschiedlich bewertet werden.

    Quelle öffnen

  • European Society of Cardiology. 2023 ESC Guidelines for the management of acute coronary syndromes.

    Ergebnis: Die ESC beschreibt akute Brustbeschwerden als Leitsymptom. Brustschmerz-Äquivalente können Atemnot, Oberbauchbeschwerden sowie Schmerzen in Arm, Hals oder Kiefer sein. Die ergänzenden ESC-Daten betonen, dass sich die Symptome bei Frauen und Männern mit bestätigtem ACS deutlich überschneiden.

    Quelle öffnen

  • European Society of Cardiology. Supplementary Data zu den 2023 ESC Guidelines for the management of acute coronary syndromes.

    Ergebnis: Über 80 Prozent der Frauen und Männer mit akutem Koronarsyndrom präsentieren sich mit Brustschmerz oder Brustdruck. Andere Symptome wie Schwitzen, Schulter- oder Armschmerz, Oberbauchbeschwerden und Atemnot können zusätzlich auftreten. Die Symptome von Frauen und Männern mit bestätigtem ACS zeigen eine deutliche Überschneidung.

    Quelle öffnen

  • American Heart Association. Heart Attack Symptoms in Women.

    Ergebnis: Auch bei Frauen ist Brustschmerz oder Brustbeschwerden das häufigste Herzinfarkt-Symptom. Frauen können zusätzlich unter anderem Atemnot, Magenbeschwerden, Schmerzen in Schulter, Rücken oder Arm sowie ungewöhnliche Müdigkeit und Schwäche berichten.

    Quelle öffnen

  • Elliott MD, et al. Prevalence and Prognosis of Unrecognized Myocardial Infarction in Asymptomatic Patients With Diabetes. Diabetes Care. 2019.

    Ergebnis: Unerkannte Myokardinfarkte kommen bei asymptomatischen Menschen mit Diabetes vor und sind prognostisch relevant. Diese Quelle ist wichtig als fachliche Einschränkung gegen absolute Aussagen wie „jeder Herzinfarkt zeigt immer erkennbare Beschwerden“.

    Quelle öffnen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert